Gesund auf "Achse" mit dem neuen Logo

Problem:
Von Sonntag 22.00 Uhr, bis zum nächsten Wochenende auf "Tour".
Keine Seltenheit für Lkw - und Busfahrer, eher der ganz normale Alltag.
Busfahrer sind überwiegend im Reiseverkehr davon betroffen, da sich ihr Einsatz im regionalen Bereich oder ÖPNV doch als regulierbar darstellt.
Welche Möglichkeiten gibt es denn bisher, wenn ein Fahrer plötzlich krank wird, oder wenn er den Dauerkopfschmerz, hervorgerufen durch Verspannungen im Nackenbereich oder sogar durch eine Sehschwäche, nicht erkennt? .
Womöglich unter schweren Schlafstörungen (Apnoe - Sekundenschlaf) leidet und mit diesen unerkannten Problemen täglich fährt?
Da haben die Fahrer keine große Auswahl. In der Regel sind sie weit von zu Hause.
Ein neuer Kollege, der den Bus, Sattelzug oder den Lkw weiterfährt, steht nicht zur Verfügung. Eine Interessenskollision mit dem Arbeitgeber ist somit vorprogrammiert.
Jeder berufstätige Bürger kann, wenn es Probleme mit dem Augenlicht gibt, Unwohlsein oder ihn ein heftiger Zahnschmerz überkommt, auf dem direkten Weg seinen Arzt aufsuchen, um hier Abhilfe zu schaffen. Alle können dann beschwerdefrei an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, was aber macht der Bus /Lkw-Fahrer?
Mit einem Fahrauftrag von Celle nach Mailand oder von München nach Cuxhaven, kaum möglich.
Es reicht aber auch schon ein ganz normaler Arbeitsauftrag im regionalen Bereich. Die Angst vor möglichen Repressalien im Betrieb, den Fahrauftrag zu unterbrechen, ist bei vielen Fahrern oft ein Grund, die Beschwerden zu ignorieren.
Also werden als Kurzeitlösung oftmals Medikamente eingenommen, von denen häufig die Nebenwirkungen gar nicht bekannt sind und somit ein hohes Risiko für die Weiterfahrt mit dem Lkw darstellen. Unterstützt wird diese Möglichkeit, durch freiverkäufliche Medikamente in den Apotheken, die dann ohne ärztliche Kontrolle in einer Selbstmedikation eingenommen werden. Oder es wird mit dem desolaten Gesundheitszustand einfach weitergefahren. Die Gefahr einen folgenschweren Unfall zu verursachen, steigt um ein Vielfaches.
Schmerzen oder andere gesundheitliche Einschränkungen zu ignorieren und einfach weiter fahren, kann es auch nicht sein.
Die notwendige hohe Aufmerksamkeit und Konzentration nicht zu haben, die zum sicheren Fahren eines Bus / Lkw Grundvoraussetzung ist und auch vom Gesetzgeber gefordert wird, kann bei Missachtung schwerwiegende Folgen für die Betroffenen mit sich bringen, wenn es zum Beispiel zu einem Verkehrsunfall kommt und als Ursache, gesundheitliche Probleme ermittelt werden oder eine unzulässige Einnahme von Medikamenten vorliegt.
Rechtliche Situation:
Der Paragraf 1 StVO verpflichtet jeden Fahrzeugführer sich so zu verhalten, dass andere weder geschädigt noch gefährdet werden. ......
Im Paragrafen 2 Fahrerlaubnis VO wird darauf hingewiesen, dass derjenige, der sich auf Grund körperlicher und geistiger Mängel nicht sicher im Verkehr bewegen kann, am Straßenverkehr nur teilnehmen darf, wenn er Vorsorge getroffen hat, dass er andere nicht gefährdet......
Das Nichtbeachten dieser Bestimmungen, kann schlimmstenfalls, je nach Sachverhalt, erhebliche strafrechtliche Folgen für einen Fahrer haben.
Gibt es Alternativen?
Damit für notwendige Lösungen, Zahlen und Daten erhoben werden können und dadurch eine Akzeptanz bei der Berufsgenossenschaft, Arbeitgebern, Fahrern, Krankenkassen und weiteren Involvierten entstehen kann und auch unterstützende Angebote erarbeitet werden können, bedarf es vorerst einmal weiterer Umfragen bei den Berufskraftfahrern zu diesem Problem.
Wie oft kommt es zu einer solchen Situation?
Besteht überhaupt Bedarf an einer solchen Versorgung?
Was machen sie in einem solchen Fall?
Nehmen sie nicht verschriebene Medikamente?
Unterbrechen sie den Fahrauftrag?
Fordern sie einen Ersatzfahrer bei ihrer Firma an?
Suchen sie unterwegs einen Arzt oder ein Krankenhaus auf?
Fahren sie mit den Beschwerden weiter?
Sind ihnen Fälle bekannt, wo es zu einem Verkehrsunfall gekommen ist?
Haben sie praktikable Lösungsvorschläge?
Gibt es bereits Hilfsangebote von Arbeitgebern, Krankenkassen o.a.?
Sind alter Lkw Fahrer häufiger davon betroffen?
Reichen innerbetriebliche Maßnahmen aus?
Hier wurden Häufigkeitszahlen ermittelt und Vorschläge zur Verbesserung der derzeitigen Mangelsituation bereits geprüft.
Eine Alternative ist es, bei Erkennen eines Krankheitsbildes oder gesundheitlichen Beschwerden, noch vor Beginn der Arbeitszeit einen Arzt aufzusuchen. Das ist aber für die beschäftigten Fahrer im Transportgewerbe nicht immer möglich
( Feiertage, Sonntage, Nachtstunden, lange Anfahrten zum Arzt, Auslandsfahrten, Alleinlebend, akute Schmerzen, etc)
Wie gehen insbesondere, lebensältere Fahrer mit dieser Situation um?
Behörden haben die Möglichkeit unter bestimmten Voraussetzungen eine Umkreisbeschränkung oder ein Nachtfahrverbot auszusprechen, das wäre für Berufskraftfahrer gleichbedeutend mit Arbeitslosigkeit.
Eine vielleicht praktikable Alternative könnte es sein, mobile Ambulanzen, vorerst auf bewirtschafteten Rast -und Tankanlagen und / oder auf Autohöfen vorzuhalten und zur Steigerung der Verkehrssicherheit, den Lkw Fahrern bei Bedarf einen Arztbesuch zu ermöglichen wenn sie während ihrer Arbeitszeit akute Beschwerden haben.
Hilfreich könnte ebenfalls ein Netzwerk von bundesweiten Adressen sein, die vorerst an zentralen Rastanlagen / Autohöfen zur Einsicht ausgelegt werden.
Analog wäre im europäischen Verkehrsverbund zu verfahren.
Zu einem humanitären Arbeitsplatz gehört der Anspruch auf eine notwendige ärztliche Versorgung, auch über die Dauer einer kompletten Arbeitsschicht und außerhalb regulärer Versorgungsbereiche.
Stundenweise Anwesenheit eines Arztes mit einer mobilen Ambulanz (im 24 Stunden Turn) in einer Art Bereitschaftsdienst könnte sich bewähren. Eine solche Lösung müsste auf kostenrelevante Probleme und Zuständigkeitsfragen vorher überprüft werden. Eine Möglichkeitsstudie könnte Klarheit schaffen.
Eingesetzte Ärzte müssten über eine spezielle Qualifikation verfügen deren Kenntnisse
im Schwerpunkt auf typische " Fahrererkrankungen" ausgelegt sind.
Eine Verbesserung der Lebensqualität für die Fahrer und die Steigerung der Verkehrs-sicherheit würden durch eine solche, sinnvolle Maßnahme deutlich gesteigert. Nur ein gesunder Fahrer ist auch sicherer Fahrer und gefährdet weder sich, noch andere Verkehrsteilnehmer.
Es gibt auf unseren Straßen täglich eine Nutzfahrzeugbewegung von ca. 1, 2 Millionen Fahrzeugen mit einer erkennbaren Steigerungstendenz.
Wenn denn die aktuellen Prognosen im Zulassungsbereich für das Transportgewerbe bis 2010 so eintreffen, sind zusätzliche Probleme durch noch mehr Fahrer, vorprogrammiert.
Fahrer, die medizinische Hilfe, auch während ihrer regulären Arbeitszeit benötigen, sind in ausreichender Zahl vorhanden.
Die in der heutigen Zeit immer wieder auftauchende Frage nach - KOSTEN - sollte in Relation der zu erwartenden Folgen, oder Spätschäden, bei einer Güterabwägung einwandfrei zu Gunsten der Schließung dieser Versorgungslücke fallen.
Dadurch schwere Verkehrsunfälle und deren Folgen zu reduzieren, ist das Ziel dieser Überlegungen.
Eine weitere Möglichkeit kann im ersten Angriff das Erstellen einer bundesweiten Liste von Ärzten sein, die ihre Praxen z.B. in Autobahnnähe haben und einem solchen System positiv gegenüber stehen und bereit sind es zu unterstützen.
Bestehende Infrastrukturen müssen bevorzugt berücksichtigt werden.
(VEDA Autohöfe)
Im Zweifelsfall, oder bei akuten Beschwerden, sollten die Fahrer umgehend einen Arzt aufsuchen und wie in allen Arbeitsbereichen üblich, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nach ausführlicher Diagnose durch den behandelnden Mediziner ausstellen lassen. Missbrauch darf nicht zum Regelfall werden, da ansonsten die ganze Aktion in Frage gestellt würde.
Die Institutionalisierung eines solchen Netzwerkes, zur Verbesserung der Versorgungssituation der Bus / Lkw - Fahrer, sollte nicht sofort verworfen werden, sondern intensiv auf eine Umsetzungschance für die Zielgruppe überprüft werden.
Dabei sollte diese Möglichkeit nicht nur national geprüft werden, sondern im nachfolgenden Schritt eine Lösung auf europäischer Ebene angestrebt werden.
Hier bietet sich auch die Möglichkeit, die Ziele der EU Kommission zu unterstützen, um die Zahl der Verkehrstoten auf europäischen Verkehrswegen bis 2010 deutlich zu senken und so dieses hochgesteckte europäische Ziel zu erreichen.
Als Initiator auf europäischer Ebene konnte Herr Dr. Dieter L. Koch (MdEP) in Brüssel gewonnen werden. Koordinator ist Rainer Bernickel, als ehrenamtlicher Mitarbeiter.
Aktuelle Partner der Initiative:
Leiter der Initiative ist Herr Dr. Dieter L. Koch (MdEP)